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"...Ihre Aussagen und Interpretationen sind authentisch und daher ganz einfach glaubwürdig... 25 Künstler mit profilstarkem, manchmal knirschendem Charme, aber immer kosmopolitischer Weitsicht."

(Gabriele Müller-Trimbusch, Sozialbürgermeisterin der Stadt Stuttgart)
"...Unterstützen auch Sie die vorbildliche Arbeit der Wilden Bühne..."

(Richard v. Weizsäcker, Altbundespräsident)
"...Hervorragendes Beispiel für eine gelungene und wirklichkeitsnahe Suchtprophylaxe..."

(Helga Solinger, Sozialministerin von B.W. 1992 - 1996)
Presseartikel
Zur Gewalt gibt es immer Alternativenzurück


Die „Wilde Bühne“ bot im Berufsbildungswerk 170 Zuschauern Theater zum Mitmachen an – Erpressung – Gewalt – Anmache – Drogen

Mosbach. Im Rahmen der Sucht- und Gewaltprävention gastierte die „Wilde Bühne“ aus Stuttgart gestern Vormittag in der Aula des Berufsbildungswerks Mosbach. Rund 170 Schülerinnen und Schüler aus dem ersten Ausbildungsjahr, aus der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme sowie der Sonderberufsfachschule erlebten nicht nur drei Szenen rund um Erpressung, Gewalt, Anmache und Drogen. Sie wurden selbst aktiv, formulierten mögliche Lösungen und spielten diese „live“ mit den Schauspielern auf der Bühne.
Dass es sich bei Nadine, Michaela, Isabell, Carsten, Michael, Rüdiger und der wortgewandten Moderatorin Carina um ehemalige Drogenabhängige handelt, gibt ihrem Spiel eine Intensität, die die Zuschauer schnell in den Bann zieht.
Noch vor der ersten Szene fliegen die Fetzen. Der Techniker patzt, vergisst, die Scheinwerfer einzuschalten und lässt die Schauspieler auf der dunklen Bühne stehen. Lautstark schelten ihn die Akteure. So lange, bis er entnervt wegrennt.
„Wie muss man auf Fehler reagieren?“, fragt Carina das Publikum. „Man sollte nicht so hart ran gehen und lieber vorher noch mal den Ablauf proben“, rät Nicole. „Vielleicht ist der Techniker auch nervös“, gibt Alex zu bedenken. Doch damit nicht genug. Wie man es besser machen könnte, das dürfen die beiden gleich „live“ auf der Bühne ausprobieren, als Teil des Ensembles. Die „Aufwärmung“ klappt nicht übel. Fazit: „Zumindest ist er nicht abgehauen.“
Die drei Szenen, die folgen, haben viel mit den Erfahrungen am BBW zu tun, betont Anja Eller, zuständig für die Präventionsarbeit. Vielleicht sind auch deshalb viele Zuschaue voll bei der Sache und lassen die Ideen mitunter sprudeln. „Die sonderbare Welt der Amelie“ stellt für die „Wilde Bühne“ eine gelungene Premiere dar. Die Schauspieler habe sich die Szene extra für Mosbach ausgedacht: Paolo fährt auf Amelie ab, doch diese erteilt ihm eine gewaschene Abfuhr. Als die Clique am Abend auf einer Party zufällig Amelie mit ihrem Freund trifft, wettert der nicht mehr ganz nüchterne Paolo los. Schnell fliegen nicht nur Beleidigungen, sondern Fäuste.
Wie könnte man die Schlägerei abwenden? Andreas versucht, innerhalb der Clique zu schlichten und stellt sich mutig zwischen die Streithähne. „Du hast dir alle Mühe gegeben zu schlichten, das war echt gut“, lobt ihn der Paolo- Darsteller. Aber er müsse einsehen: „Am Ende kannst du es fast nicht mehr schaffen.“
Einen Schritt weiter geht Valentina. Sie versucht, dem aufdringlichen Verehrer schon im Vorfeld charmant aber bestimmt „Nein“ zu sagen. Statt Provokation setzt sie auf Verständigung und lässt sich sogar zu einem Burger einladen, um die Lage zu klären. Eine Zuschauerin hätte es lieber tougher: „Ich bin der Meinung, des is ein Großkotz, der führt sich auf wie der King Rotz“, verteidigt ein Mädchen den Konfrontationskurs.
Patrick versucht, den Flirt weniger platt anzulegen. Als er aber merkt, dass es nichts wird aus ihm und Amelie, zeigt er wahre Größe: „Ich will dich jetzt nicht weiter nerven“, betont Patrick, bevor er sich verabschiedet.
Auch in den weiteren Szenen treffen die Schauspieler die richtige Sprache, um das Publikum zu packen und zu aktivieren. Mit riesiger Spielfreude inklusive Pantomime setzen sie ihre Rollen um, improvisieren bei den Alternativdurchläufen authentisch und können so fast auf jegliche Requisite verzichten. Licht und Musik genügen völlig, um die Szene stimmig abzurunden. Bei „Rück die Kohle raus“ versuchen zwei Jungen von einem Mädchen Geld zu erpressen. „Nelly und André“ fliegen von der Schule, weil André auf einer Party Drogen vercheckt hat. Doch er hat noch nicht genug. „Die Drogenberatung ist die absolut richtige Adresse“, sind sich Carina und eine Zuschauerin einig. Von Peter Lahr

 
 
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