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"...Ihre Aussagen und Interpretationen sind authentisch und daher ganz einfach glaubwürdig... 25 Künstler mit profilstarkem, manchmal knirschendem Charme, aber immer kosmopolitischer Weitsicht."

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"...Hervorragendes Beispiel für eine gelungene und wirklichkeitsnahe Suchtprophylaxe..."

(Helga Solinger, Sozialministerin von B.W. 1992 - 1996)
Presseartikel
Schauspiel als Suchtpräventionzurück


Wilde Bühne zeigt Jugendstück - Offene Diskussionen mit einstmals Betroffenen

BÖNNIGHEIM. Am Mittwoch gastierte das vierköpfige Schauspielerteam der „Wilden Bühne“ aus Stuttgart in der Bönnigheimer Festhalle, um vor allen achten Klassen von Hauptschule, Realschule und Gymnasium zu spielen. Eingeladen hatten Brigitte Konz, Renate Opiolla und Uli Jetter, alle seit fast zwanzig Jahren Suchtpräventionslehrer am Schulzentrum.

Wenn einen alles abtörnt, wenn man kein Geld hat, wenn man raus will nach Berlin, „wo 24h der Punk abgeht“, wenn man keine Zukunft für sich sieht oder wenn „der neue Stecher der Mama nervt“ – Jugendsprache kann sehr schroff sein. Aber dann geht es einem vielleicht wie Kalle und seiner Clique. Der ewige Loser aus dem Theaterstück „Mensch Kalle“ überfällt eine Tankstelle und muss dafür vorübergehend in den Knast.
Es geht um Freundschaft, Verliebtsein, Geheimnisse und Regeln, aber auch ums Saufen und Drogennehmen in dem Stück, mit dem die „Wilde Bühne“ durch Schulen und Jugendhäuser tourt. Schauspieler haben den Stoff selbst entwickelt und wissen, wovon sie reden, waren sie doch mal selbst drogenabhängig. In der direkten Sprache der Jugendlichen artikulieren sie deren Probleme, Wünsche und Erwartungen. Absichtsvoll lassen sie in ihrem Stück offen, ob die Clique um Kalle aus dessen Verhaftung etwas gelernt hat.
Die Verwirrung der 13- bis 14-jährigen Zuschauer, die sich gleichwohl von der Aufführung packen ließen, war am Ende der Vorstellung mit Händen zu greifen. „Die fragen sich jetzt, was das alles mit Suchtprävention zu tun hat“, meinte Realschullehrer Uli Jetter. Aber genau um das zu klären, stand im Anschluss ein Gespräch in den Klassen mit den Schauspielern auf dem Programm – unter Ausschluss der Klassenlehrer.
Suchtprävention ist nicht das einzige Betätigungsfeld der drei Bönnigheimer Pädagogen, erzählt Uli Jetter. Auch Aufklärung über Gewalt und die Schulung von Streitschlichtern unter den Schülern gehört zu ihrem Aufgabengebiet. Zunehmend gewinnt die Abenteuerpädagogik an Bedeutung, wie die Bereicherung von Schullandheimaufenthalten durch Kajak fahren, Hochseilgarten oder Klettern.
Ein Angebot, das bei den Schülern gut ankommt, wie der dreizehnjährige Yannick versichert. Das vorhandene Gewaltpotential wird auch durch die Einbeziehung von Kampfsport – die dafür ausgebildeten Lehrer sprechen lieber von „Kampfkunst“ – einer Mischung aus Tai Chi und Jiu-Jitsu in den Sportunterricht reduziert.
Roland Willeke

 
 
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